Chronik

Die Gründung 1971

Die Kanusport-Gemeinschaft Essen e.V. wurde 1971 von Essener Kanurennsport treibenden Vereinen als Leistungssport-Gemeinschaft gegründet. Die Intention bestand darin, den Kanu-Leistungssport in einem Zusammenschluß der Essener Vereine möglichst intensiv zu fördern, die Talente zusammenzuziehen und in einem Stützpunkt mit nahezu optimalen Bedingungen zu trainieren.

1972

Bereits die erste Saison der neu gegründeten KG Essen brachte 1972 große Erfolge mit über 100 Siegen, und vier Sportler wurden in diesem Jahr in der Nationalmannschaft der Junioren eingesetzt.

1973-1977

Bei den Deutschen Meisterschaften deutete sich eine Vorrangstellung der KG Essen in der Damenklasse an, die fünf Jahre dauern sollte. Darüber hinaus stellte die KG Essen mehrere Welt- und Junioren - Europameisterschaftsteilnehmerinnen, die sich für den Deutschen Kanu-Verband hervorragend plazieren konnten. Und auch bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal 1976 waren gleich zwei Athletinnen der KGE mit dabei.

1978-1980

In diesen Jahren konnten bereits die ersten Deutschen Meisterschaften in der Herrenklasse gefeiert werden, wobei diese gute Bilanz durch zusätzliche Medaillen und vordere Plazierungen weiter ergänzt wurde.

1981

Beginn eine neue Phase in der Vereinsgeschichte der KG Essen mit dem Aufbau neuer Talente, die sich in den Folgejahren immer stärker in der Juniorenklasse und später in der Leistungsklasse etablieren konnten. Eindeutig war nun der Schwerpunkt der Leistungsträger vom Damen- auf den Herrenbereich gewechselt.

1984

Barbara Schüttpelz konnte bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles mit den Gewinn einer Silber- und einer Bronzemedaille einen der herausragenden Höhepunkte in der Geschichte der KG Essen erzielen.

1986 und 1987

Die KGE stellte in diesen Jahren mit jeweils vier Weltmeisterschaftsteilnehmern zugleich das größte Vereinskontingent im Aufgebot des Deutschen Kanu-Verbandes. Darüber hinaus gelang den beiden noch jungen Athleten Carsten Lömker und Niels Ellwanger mit dem Gewinn einer Gold- und einer Silbermedaille auf der Universiade in Zagreb der große internationale Durchbruch.

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1988

Aber auch bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul war die KG Essen erneut mit vier Aktiven vertreten und sorgte abermals für die größte Vereinsdelegation.

1989

Mario von Appen fuhr auf internationalem Parkett für die KG Essen einen Medaillenrang ein.

1990

Das Jahr brachte einen weiteren wichtigen Einschnitt in der Vereinsgeschichte. In diesem Jahr schlossen sich die beiden mehrfachen DDR-Weltmeisterinnen Katrin Borchert und Monika Bunke mit ihrem Trainer Kersten Neumann der KG Essen an.

Bei den Deutschen Meisterschaften konnte die KGE mit dem Gewinn von fünf Titeln, fünf Vizemeisterschaften und einer Bronzemedaille zugleich in der Leistungsklasse den dritten Platz in der Medaillenwertung aller Vereine belegen.

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1991

Bei den Weltmeisterschaften in Paris/Frankreich wurde Katrin Borchert im Einerkajak über 500m Weltmeisterin und wurde Dritte über 5.000m. Zusammen mit Monika Bunke gewann Katrin Borchert nochmals Gold im 500m-Viererkajak, zugleich ihren fünften WM-Titel. Bei den Westdeutschen Meisterschaften setzte die KG Essen in diesem Jahr mit dem Gewinn aller Titel in der Leistungsklasse (Kajak-Damen- und Herren) neue Maßstäbe. Und auch bei den ersten Gesamtdeutschen Meisterschaften in Hamburg war die KGE mit vier Titel, zwei Silbermedaillen und vier Bronzemedaillen äußerst erfolgreich. Für Schlagzeilen im direkten Anschluß an die nationalen Meisterschaften sorgte dann Thomas Reineck: der frischgebackene Doppel-Viererweltmeister von Paris gab seinen Vereinswechsel zur KG Essen bekannt. Und mit Robert Berger erklärte sich auch einer der erfolgreichsten Trainer bereit, zukünftig für den Stützpunkt am Baldeneysee tätig zu sein. Er löste Heino Terporten ab, der sich nunmehr ausschließlich als Club-Manager betätigte.

1992

Sportlicher Höhepunkt der Saison waren zweifelsfrei die Olympischen Sommerspiele in Barcelona. Und wieder einmal hatten sich vier KGE-Sportler für die deutsche Kanu-Nationalmannschaft qualifizieren können. Als Schlagmann führte Thomas Reineck den "Deutschlandvierer" zusammen mit Mario von Appen und zwei weiteren Verbandspartnern in der Königsdisziplin von 1.000m zum Olympia-Gold. Eine Silbermedaille errang ebenfalls im Viererkajak Katrin Borchert; Liane Geist nahm an den Spielen als Ersatzfahrerin teil.

1993

Erneut waren es Thomas Reineck und Mario von Appen, die aus Essener Sicht für Furore sorgten. Bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen gewannen sie im Viererkajak über 1.000m und 10.000m Gold und über 500m Silber. Bei den Deutschen Meisterschaften stellte die KGE bei den Herren die meisten Finalboote und gewann in jeden Rennen mindestens eine Medaille.

1994

Neben dem Gewinn einer Bronzemedaille im Viererkajak durch Thomas Reineck und Mario von Appen machte bei den Weltmeisterschaften in Mexiko erstmals Lutz Liwowski international von sich reden. Er schaffte seit Jahren für den Deutschen Kanu-Verband im Einerkajak wieder eine Finalplazierung.

1995

Vor heimischem Publikum konnte Lutz Liwowski bei den Weltmeisterschaften in Duisburg über 1.000m die Bronzemedaille gewinnen und sich in der schwierigen Einerdisziplin in die Weltelite fahren. Thomas Reineck ergänzte seine WM-Medaillensammlung um jeweils eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille, Im "Bronzeboot" saß ferner auch Mario von Appen.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg erwies sich die KGE als Viererhochburg. Über alle drei Strecken gingen die Titel an den KGE-Herren-Vierer.

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1996

Bei den Olympischen Spielen in Atlanta zählten mit Thomas Reineck und Olaf Winter wieder zwei Essener zu den Gewinnern im Viererkajak auf dem Lake Lanier. Zu den Siegern zählte in Atlanta auch ohne Medaille Lutz Liwowski. Er war als einer der ganz wenigen in beiden Einerfinals vertreten und fuhr über 1.000m nur hauchdünn an einer Olympiamedaille vorbei. Ersatzfahrer war in diesem Jahr mit Jan Schäfer ein vierter KGEer. Lutz Liwowski erwies sich nur wenig später bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg mit fünf Titeln als erfolgreichster Athlet. Sieben Meisterschaften gingen hier an die KGE, Thomas Reineck holte seine 29. Meisterschaft.

1997

Erstmals seit vielen Jahren ging die Weltmeisterschaft medaillenlos für die KG Essen zu Ende. Im Laufe der Saison noch ungeschlagen, mußten Jan Schäfer und Olaf Winter im Zweierkajak krankheitsbedingt ohne Medaillen die Heimreise antreten; ebenso wie auch Lutz Liwowski, der auf dem undankbaren vierten Platz einfuhr. Bei den Deutschen Meisterschaften in München zeigte sich die KGE-Herrenflotte mit einer Vorherrschaft gerade in den Vierern rekordverdächtig: sie gewann über 500m und 1.000m alle Titel in der Herrenklasse, gewann im 1.000m-Viererkajak die sechste Meisterschaft, über 10.000m den fünften und über 500m den dritten Titel in Folge.

1998

In der Saison zählte Lutz Liwowski zu den ganz großen sportlichen Gewinnern. Er gewann bei den Weltmeisterschaften im ungarischen Szeged den WM-Titel im Einerkajak über 1.000m und holte auch noch eine Bronzemedaille auf der halben Distanz. Darüber lag er in der Weltcup-Wertung vorne und wurde zum Kanusportler des Jahres gewählt. Lutz Liwowski konnte bei den Deutschen Meisterschaften wie schon im Vorjahr erneut Doppelmeister über 500m und 1.000m werden und bewies mit dem dritten Titelgewinn in Folge im 500m-Einerkajak Extraklasse. Insgesamt schafften die Aktiven der KGE mit sechs Titeln, drei Vizemeisterschaften und sieben Bronzemedaillen. Instgesamt 16 Medaillen einen neuen KGE-Medaillen-Rekord. Neu war für die KG Essen allerdings, daß die Medaillen von der Jugend- über die Juniorenklasse bis hin zur Leistungsklasse gewonnen wurden.

Zu Beginn des Jahres war ferner wieder eine Nachwuchsmannschaft gegründet worden, um auch den Bereich der Anfängerschulung und der Schülerarbeit abzudecken.

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1999

Auch die Saison 1999 kann als überaus erfolgreich für die KG Essen mit nationalen und internationalen Spitzergebnissen bezeichnet werden. Und wieder war es Lutz Liwowski, der sich als der herausragende Athlet erwies. Er konnte bei den Weltmeisterschaften in Mailand seinen WM-Titel im Einerkajak über 1.000m erfolgreich verteidigen und siegte in eindrucksvoller Manier gegen die internationale Konkurrenz. Jan Schäfer und Olaf Winter gewannen die Bronze Medaille im 1.000m-Zweierkajak . Bei den nationalen Titelkämpfen in Duisburg präsentierte sich die KG Essen mit einer blendenden Bilanz. Insgesamt gingen Titel und weitere Medaillen an den Baldeneysee. Damit war die KG Essen erfolgreichster Verein in der Leistungsklasse.

2000

Für die Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney wurden mit Lutz Liwowski, Jan Schäfer und Olaf Winter gleich drei Athleten der KG Essen vom NOK nominiert. Wie Schon Thomas Reineck 1992 in Barcelone und 1996 in Atlanta war es nun Jan Schäfer, der als Schlagmann des 1.000m-Herrenvierers den Schlag angab. Un-geschlagen im Laufe der Saison und als zweifacher Europameister 2000 ging dieses Boot auf dem Penrith Lake von Sydney an den Start. Nur um die Winzigkeit von 53/100 Sekunden war hier jedoch das Boot aus Ungarn schneller; die Silbermedaille ging an Jan Schäfer mit seinem Team. Hauchdünn an einer olympischen Medaille vorbei fuhr im Zweierkajak über 1.000m Olaf Winter mit seinem Magdeburger Partner. Trotz eines starken Rennens und eines furiosen Endspurtes sollte es nicht mehr ganz zur Bronzemedaille reichen. Pechvogel der olympischen Kanurennen aber wurde der Doppelweltmeister der vergangenen zwei Jahre im 1.000m-Einer Lutz Liwowski. Er wurde als einer der ganz großen Favouriten auf olympisches Edelmetall im Halbfinale nach einem Frühstart disqualifiziert und war so im Finale nicht vertreten. Auf der für ihn nicht favourisierten 500m-Distanz belegt er einen fünften Platz.

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