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Hoff, Ems und Wylenzek zeigen Weltklasseleistung – müssen aber nachsitzen

Hoff, Ems und Wylenzek zeigen Weltklasseleistung – müssen aber nachsitzen

Poznan: „Was ist die Weltspitze im Olympiajahr zusammen ge-rückt“ war am Malta-See bei na-hezu allen Weltcup-Rennen zu hören. Weltklasse-Leistungen reichten da nicht immer aus, um einen Treppchenplatz zu errei-chen oder sich die Olympiateil-nahme zu sichern. Dies war auch eine Erkenntnis, die auf einen Teil der deutschen Kanu-Flotte und auch die Essener Vertreter im Nationaltrikot zutraf. Denn „Nachsitzen in der Olympia-Qualifikation“ müssen wie KGE-Trainer Robert Berger es formulierte noch einmal Max Hoff, Jonas Ems und Tomasz Wylenzek. Für sie geht es nun in einer Woche beim Weltcup in Duisburg in die nächste Runde.  Und dies, obwohl sie auf dem Malta-See absolute Welt-klasse-Leistungen zeigten. Wie Tomasz Wylenzek im 1.000m-Zweiercanadier mit Stefan Holtz (Leipzig), die sogar eine Silber-medaille gewannen; nur die Win-zigkeit von 44/100 Sekunden (umgerechnet 16 Zentimeter!) hinter dem Siegerboot. Eigentlich eine Platzierung, mit der sie ganz klar das Qualifikationskriterium des Deutschen Kanu-Verbandes erfüllt hätten. Doch vor ihnen lag die verbandsinterne Konkurrenz mit Kurt Kuschela-Peter Kret-schmer (Potsdam), die bei den nationalen Sichtungsrennen noch klar das Nachsehen hatte. Mit einem furiosen Endspurt hatten sich die Potsdamer an die führenden Vorjahres-Weltmeister heran gefahren. Und nach pa-ckendem Fight auf den letzten Metern im Ziel auch vorbei ge-schoben.  „Wir waren fit und es war ein richtig gutes Rennen. Doch wir hatten am Ende etwas Schwierigkeiten mit dem Steuern bei dem für uns vielleicht ungünstigeren Seitenwind. Das ist natürlich schade mit dem Rennausgang, denn es hätte schon klar sein können. Nun müssen wir die Spannung bis Duisburg halten und es dort durchbringen“, kommentierte Tomasz Wylenzek später. Denn als Quereinsteiger bedeutete der Sieg auch für Kuschela-Kretschmer nicht die Olympiateilnahme, nur die Opti-on, in Duisburg noch einmal an-treten zu können.  Voll in der Weltspitze fuh-ren im Finale auch Jonas Ems und Ronald Rauhe (Potsdam) im 200m-Zweier mit. Allein der Sieg der Weltmeister aus Frankreich war hier im Ziel zu erkennen; da-hinter lagen gleich vier Boote auf einer Höhe. Direkt im Ziel galt der Blick von Rauhe-Ems der Kon-kurrenz; sie sahen sich auf einem Medaillenrang und wurden auch vom Sprecher so durchgegeben. Doch der Erleichterung über die geglaubte Olympiaqualifikation folgte die Auswertung des Zielfotos. Sie waren als fünfte um 76/1000 Sekunden (!) an einer Medaille und der direkten Olympia-Qualifikation vorbei gefahren. Lob gab es für das Duo aber dennoch von Chef-Bundestrainer Reiner Kießler: „Ronny Rauhe und Jonas Ems sind absolut in der Weltspitze an-gekommen. Ihre Wettkampfein-stiegsleistung in die Saison und der Abstand zum Sieger sind deutlich besser als im Vorjahr. Die beiden bilden eine Einheit und das war hier eine ganz starke Vorstellung“.  „Die beiden Rennen sind wohl noch ausbaufähig“, kom-mentierte Max Hoff sein Ab-schneiden im 1.000m-Viererkajak mit einer Silbermedaille und im 1.000m-Einer mit Rang fünf. „Be-sonders im Einer gibt es noch was zu tun, das war heute zu kraftlos und ich habe auf der Ste-cke nicht richtig in den Schlag gefunden. Aber es gibt auch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, ich bin ja vorne mit dabei“, beschrieb Max Hoff sein Einerfinale. Im Vierer hatte die deutsche Crew die gesamte Strecke geführt, musste sich aber im Ziel den Tschechen knapp geschlagen geben. Ein Boot, dass laut Hoff „beim ersten gemeinsamen Rennen in Neubesetzung noch technische Probleme, aber auf jeden Fall großes Potential hat“. Laut Verbandskriterien konnte sich dieses Flaggschiff noch nicht bei diesem Weltcup, sondern erst in Duisburg qualifizieren.  „Für Max war es nicht ein-fach, in der kurzen Vorbereitung das Vierer- und Einertraining zu vereinbaren. Die Findung der Viererbesetzung durch diverse Messbootfahrten stand dabei im Vordergrund. Das war für den Ei-ner nicht förderlich, da kann das Feeling schon verloren gehen. Aber es gibt aufgrund der Teil-nehmerbeschränkungen bei Olympia nun mal die Notwendig-keit, dass eine Person aus dem Vierer auch den Einer fahren muss. Neben der knappen zwei-gleisigen Vorbereitung lagen hier beim Weltcup die Rennen zudem weitaus enger zusammen als in London“, so Robert Berger.  Aus der deutschen Kanu-Flotte haben allein fünf Sportler in drei Bootsklassen die Olympia-Qualifikation in Posen geschafft; für alle anderen Bewerber der insgesamt 12 olympischen Dis-ziplinen bietet sich nun schon nächste Woche die zweite Chan-ce, sich nach London zu fahren. „Es liegen noch alle im grünen Bereich, aber es wird noch ein-mal spannend beim Weltcup in Duisburg“, gab zum Abschluss Bundestrainer Kießler einen Ausblick auf das kommende Wo-chenende und fuhr mit der Mannschaft direkt von Posen auf noch einmal zur Vorbereitung nach Kienbaum.  

Date: 2012-05-22


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