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Kampf um Olympiateilnahme geht weiter - KGE-Quintett startet bei Weltcup in Posen

Kampf um Olympiateilnahme geht weiter - KGE-Quintett startet bei Weltcup in Posen

Jetzt wird es richtig ernst: der Olympia-Qualifikationsmarathon geht für die deutschen Kanuten in die nächste, in die vorentscheidende Runde. Nach zwei nationalen Sichtungen und anschließenden verbandsinternen Aus-scheidungsfahrten geht es nun auf dem langen Weg nach Olym-pia auf internationaler Ebene weiter. Beim von 73 Nationen be-suchten Weltcup in Posen/Polen kann auf dem Malta-See der Kurs direkt in Richtung London eingeschlagen, die ersten Olympiateilnahmen gesichert werden.  Und so wird es bei dieser hochkarätigen Veranstaltung nicht nur um Weltcup-Punkte ge-hen, sondern vorrangig darum, die Kriterien für eine Olympiaqualifikation zu erfüllen. Wie viele andere Nationen hat auch der Deutsche Kanu-Verband diesen Weltcup als erste von zwei Quali-fikationsmöglichkeiten festgelegt. Chance Nr. zwei bietet sich dann nur eine Woche später beim Weltcup in Duisburg. Und das Qualifikationskriterium des Ver-bandes für Posen hat es in sich: ein Medaillenrang mit entspre-chend geringem Abstand zum Sieger als bestes deutsches Boot könnte für die Kernmannschafts-mitglieder (Hoff, Ems, Wylenzek) die direkte Qualifikation bedeu-ten; während die Quereinsteiger (Fröse) in Posen und Duisburg zweifach bestes nationales Boot sein müssen.  „Keine Frage, das wird ein spannender Wettkampf, wie er spannender nicht sein kann. Das erste internationale Aufeinandertreffen der Saison ist zugleich auch Olympia-Qualifikation für nahezu alle Top-Athleten. Da wird sich jeder bestens vorbereitet haben“, ist sich KGE-Trainer Robert Berger sicher, der wie Club-Manager Heino Terporten diesen internationalen Showdown vor Ort mitverfolgen wird.  Denn mit Tomasz Wylen-zek, Max Hoff, Jonas Ems und Torben Fröse stehen gleich vier KGEer im deutschen Team, fer-ner ist Eef Haaze für die Nieder-lande am Start.  Sich für London in Position bringen möchte Max Hoff, der im Hinblick auf die Olympischen Spiele wie schon im Vorjahr einen Doppelstart in Angriff nimmt. Er geht im Einerkajak und im Viererkajak über 1.000m an den Start. Da darf man gespannt sein, wie er den Wechsel zwischen Einer- und Vierertraining hinbekommen hat. Auch wenn es bei ihm nach eigenen Angaben „im Einer noch nicht so richtig flutscht“, wird er ohne Zweifel versuchen „so richtig schnell zu fahren, um den Sack schon zuzumachen“.  Die erste Chance nutzen möchte auch Jonas Ems im 200m-Zweierkajak mit Partner Ronald Rauhe (Potsdam). Sie hatten sich in Kienbaum in Aus-scheidungsrennen durchgesetzt, in „einer Weltklassezeit“, wie Sprinttrainer Arndt Hanisch es formulierte. Nun gilt es für beide, ein perfektes Rennen abzurufen und sich als Kernmannschafts-Boot direkt nach London durch-zustarten. „Wir sind im letzten Jahr von Rennen zu Rennen besser geworden. Das war harte Arbeit, die sich gelohnt hat“, machte im Vorfeld Schlagmann Rauhe klar, diese Tendenz fort-setzten zu wollen.  Seine dritten Olympischen Spiele in Angriff nimmt in Posen Canadier-Ass Tomasz Wylenzek. Gemeinsam mit Stefan Holtz (Leipzig) geht er im 1.000m-Zweiercanadier als amtierende Weltmeister ins Rennen. Doch dieser Vorjahres-Erfolg zählt nun nicht mehr; die Karten werden neu gemischt. Auf dem Malta-See werden Wylenzek-Holtz nicht nur auf die internationale Konkurrenz treffen, sondern erneut auf die verbandsinterne Konkurrenz Kuschela-Kretschmer aus Potsdam, die allerdings bei der nationalen Sichtung schon das Nachsehen hatte. Und es ist auch in der direkten Vorbereitung gut ge-laufen für Tomasz Wylenzek und Stefan Holtz, die sich jetzt auf in-ternationales Niveau steigern wollen, um als Kernmannschaft ebenfalls ohne Umwege Olympia anzusteuern.  Eine der ganz großen po-sitiven Überraschungen bei den nationalen Sichtungen war Tor-ben Fröse, der sich in der Ge-samt-Rangliste auf einen hervor-ragenden dritten Rang fahren konnte und in der 1.000m-Wertung hinter Max Hoff sogar Platz zwei belegt. Und der sich nach nervenaufreibenden Test-rennen im Trainingslager in Kienbaum mit Kostja Stroinski (Berlin) für einen Einsatz im 1.000m-Zweierkajak qualifizieren konnte. Ebenfalls am Start sind in dieser Kategorie Martin Hollstein und Andreas Ihle (Neubrandenburg/Magdeburg), die Olympiasieger von Peking! Eine schwere Aufgabe für die jungen Herausforderer aus Essen und Berlin, die aber alles daran setzten werden, ihre Chance zu nutzen und sich weiter im Verfahren zu halten. Zumal der Magdeburger einer der renommierten Sportler war, der beiden Sichtungen schwächelte und laut Bundestrainer Rainer Kießler mit einem blauen Auge davon kam. „Nun muss man sehen, wie sich Torben und Kostja bei ihrem ersten internationalen Auftritt verkaufen können und wie konkurrenzfähig sie sind. Sie fahren vorrangig ja nicht gegen No-Names, sondern gegen die Olympiasieger“, blickt Robert Berger auch diesem Rennen gespannt entgegen.  Schon vor der eigentlichen Weltcup-Regatta ist Eef Haaze für die Niederlande im Einsatz. An zwei Tagen zuvor werden auf dem Malta-See in einer kontinentalen Qualifikationsregatta für Europa die letzten Quoten(Start)-Plätze ausgefahren. Und hier geht Eef im Einerkajak über 200m und 500m an den Start. Sollte sie dieses Ziel erreichen, dann wäre sie schon in London dabei, da sie die niederländischen Kriterien bereits erfüllt hat. Zeitplan Weltcup: Freitag: 9.30 – 18.00 Vorrennen 500m und 1.000m; Samstag: 9.30 – 13.00 Fi-nals 1.000m; 14.00 – 18.00 Vorrennen 200m und 500m; Sonntag: 9.30 – 12.00 Finals 200m Foto: Was bringt der Weltcup in Posen für Torben Fröse: er zählte national zu den besten der Sichtungen; nun gilt es, auch internationale Konkurrenzfähigkeit unter Beweis zu stellen Foto: Ute Freise

Date: 2012-05-19


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