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Kanu-Reisewelle rollt

Kanu-Reisewelle rollt

Seit Wochen feinstes Winterwetter: lang anhaltender Schneefall, Minustemperaturen, Winterlandschaft überall. Am Baldeneysee bewundern dabei die zahlreichen Spaziergänger nicht nur den von Weiß umhüllten See, sondern zollen auch Leistungssportlern wie den Kanuten Respekt, die alltäglich ihrem Wassertraining nachgehen.             „Eigentlich geht es sogar noch, in diesem Jahr gab es bislang ja nur Kälte und Schnee, aber kein Eis“, kommentierte KGE-Trainer Robert Berger leicht schmunzelnd die Trainingsbedingungen. Sprich: solange der Baldeneysee eisfrei ist, geht`s raus aus Wasser.             Da fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass diese Paddeleinheiten weit entfernt sind von einem optimalen Training und jede Einheit auch irgendwie zu einer Herausforderung wird.             Und so rollt sie seit dem letzten Wochenende wieder, die Esser Kanu-Reisewelle. Denn wenn man nicht nur in der nationalen Spitze mithalten, sondern auch auf internationalem Parkett mitmischen möchte, ist es unumgänglich nach den absolvierten Wintermaßnahmen wie Skilanglauf-Trainingslager nun auszuweisen in klimatisch wärmere Gefilde.             Canadier-Ass Tomasz Wylenzek ist der erste, die die Reise gestern angetreten ist. Für ihn geht es mit der deutschen Canadier-Nationalmannschaft nach Florida, nach Indian Harbour Beach – seit vielen Jahren dem KGE-Trainingslager-Domizil in Übersee. Erst am Freitag nach bestandener Zwischenprüfung vom Bundespolizei-Leistungsport-Projekt in Cottbus zurückgekehrt, zeigte er sich bei einer kurzen Trainingseinheit vor dem Abflug verständlicherweise bestens gelaunt. „Nach diesem Winter freue ich mich natürlich auf Florida. Dieses Trainingslager ist immer das erste große Anzeichen, dass es ernst wird und in die Saison geht. Eine enorm wichtige Phase, in der man erstmals im Winter richtig intensiv auf dem Wasser trainieren kann.“ Haben sich in den Vorjahren „Tomek“ und dem KGE-Team immer schon weitere Canadierfahrer wie Ex-Partner Christian Gille (Leipzig) sowie sein jetziger Nationalmannschaftspartner Erik Leue (Magdeburg) nach Florida angeschlossen, nutzt in diesem Jahr die gesamte Canadier-Nationalmannschaft die optimalen Bedingungen an der Ostküste Floridas. Und nur eine Woche später folgt dann die KG Essen mit ihren weiteren Nationalmannschaftsfahrern um Norman Zahm und Jonas Ems mit insgesamt 13 Aktiven in den Sonnenstaat der USA. „Ich fliege wohl schon nun zum 20. Mal für Herbst und Frühjahrs-Trainingslager nach Indian Harbour Beach, unserer zweite Trainings-Heimat. Und nur wenige Male haben wir Trainingseinheiten witterungsbedingt ändern müssen, was für die exzellenten Bedingungen dort spricht. Wir könnten es nicht besser antreffen. Diese drei Wochen um diese Jahreszeit störungsfrei trainieren zu können, ist absolut notwendig für die anstehenden Verbandssichtungen mit den Deutschen Einer-Meisterschaften schon im April“, erläutert Robert Berger. Er steht als Trainer in diesem Jahr zudem vor einer neuen Herausforderung. Beding durch die Änderungen im Olympischen Kanu-Programm sind neben den traditionellen 1.000m-Herrenrennen anstelle von 500m-Rennen die 200m-Sprintrennen ins Olympische Programm aufgenommen worden. „Man wird sich nun mehr spezialisieren müssen zwischen 200m und 1.000m. Alle Sprintspezialisten werden sich noch mehr auf ihre Stärke konzentrieren. Dies betrifft natürlich auch „Edelsprinter“ wie Jonas Ems, der sich zuvor auch immer auf Mittelstrecken behaupten musste. Da heißt es auch im Training so einiges umzustellen. Und es ist natürlich gerade im Winter bei den hiesigen Bedingungen nicht einfach, schon Sprintanteile ins Training einzubauen. Man kühlt auf dem Wasser in den notwendigen Pause viel zu sehr aus“, gibt Berger einen ersten Einblick auf die neuen Gegebenheiten. Nach den KGE-Leistungsklasse-Fahrern sind es dann die Essener Junioren, die mit Trainer Arndt Hanisch nach Florida reisen, während nach nur zwei Wochen Heimataufenthalt Tomasz Wylenzek mit dem deutschen Canadierteam nach Sevilla/Spanien zu einem weiteren Warmwassertrainingslager fährt. Zeitgleich steht dann für die 1.000m-Spezialisten rund um Norman Zahm und auch Torben Fröse mit dem Verband eine Maßnahme in Sabaudia/Italien an, während Sprinter Jonas Ems aus schulischen Gründen hier in Essen bleibt. Von Winterschlaf kann man also wirklich nicht sprechen – der Countdown für die anstehende Kanu-Saison läuft bereits auf Hochtouren.   Foto: Winter ade, weg mit dem Schnee: vor seiner letzten Trainingseinheit auf dem Wasser zeigt sich Tomasz Wylenzek entspannt; gestern ging es für ihr ins Warmwassertrainingslager nach Florida Foto: Ute Freise

Date: 2010-02-05


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