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WM-Medaillensatz für KGE-Trio

WM-Medaillensatz für KGE-Trio

Über den WM-Titel im 500m-Vierer konnte Max Rendschmidt jubeln, Kai Spenner überrascht mit Bronze und Max Hoff sichert sich nach verpasster Medaille im Zweier noch Langstrecken-Silber im Einer

 

Racice: Die Plattform war optimal bereitet: bestes Wetter und beste Wasserbedingungen über vier Tage. Dazu zwei volle Tribünen mit tausenden von Zuschauern, die für eine tolle Stimmung und Gänsehaut-Atmosphäre sorgten. Dass dann auch noch die deutsche Kanuflotte wie entfesselt auffuhr und sechs Gold-, fünf Silber und eine Bronzemedaille auf dem Regattabecken fischte, sorgten für eine nahezu perfekte WM in Racice.

Auch die Essener Teilnehmer mischten da kräftig mit und traten die Heimreise (bzw. die Überfahrt zur DM nach München) mit einem kompletten Medaillensatz an. Gold für Max Rendschmidt, Silber für Max Hoff und Bronze für Kai Spenner!

Riesenjubel direkt im Ziel des 500m-Herrenviererkajaks mit Max Rendschmidt, Ronald Rauhe (Potsdam), Tom Liebscher (Dresden) und Max Lemke (Mannheim). Als Europameister und Weltcupsieger waren sie in das Finale gegangen und hatten unter großem Druck gestanden. Zudem hatten auch so manch andere Boote in den Vorrennen starke Leistungen angeboten. Aber das deutsche Team fuhr ein Rennen ohne den kleinsten Fehler, wie aus einem Guss. Riesen-Applaus begleitete die letzten Meter dieses packenden Finales, bei dem es am Ende hieß: Gold für Deutschland; Gold für Schlagmann Max Rendschmidt und seine Hintermänner. Die kräftig für Schub gesorgt hatten. „Das ist einfach unglaublich. Wir fahren erst das erste Jahr zusammen in dieser Besetzung und werden hier Weltmeister. Und dies auch noch in Weltbestzeit. Besser geht es eigentlich nicht“, kam nicht nur Max Rendschmidt gar nicht mehr aus dem Schwärmen hinaus. „Man hat viel von uns erwartet und wir letztendlich auch. Es ist so toll, dass es auch geklappt hat“, erklärte Tom Liebscher aus Dresden, der zudem sensationell Weltmeister im 1000m-Einer geworden war. Wie groß der Druck war und wie viel Spaß dieses Rennen dem Quartett offensichtlich gemacht hatte, konnte man lange verfolgen. Denn alle vier wollten gar nicht aufhören zu jubeln und mit der tschechischen Sonne um die Wette zu strahlen.

In dieses Stimmungsbild konnte sich auch Kai Spenner nahtlos einreihen. Er war mit dem Viererkajak über 1.000m ins Finale gegangen. Schon dies ein Riesenerfolg für Schlagmann Tamas Gecsö (Potsdam), Lukas Reuschenbach (Oberhausen), Kostja Stroinski (Berlin) und Kai Spenner. Und dann fuhren sie im Rennen tatsächlich in der Spitze mit. Schon Heimtrainer Robert Berger hatte zuvor dem Boot eine Platzierung „zwischen drei und fünf“ zugetraut. Auch in diesem Vierer dann lautstarker Jubel im Ziel: das Quartett mit Kai Spenner hatte tatsächlich Bronze hinter Australien und Ungarn eingefahren.

„Was soll ich sagen, das war einfach einmalig, für uns eine überragende WM. Da sind mit einem Mal viele Steine von mir gefallen. Alle Mühen der letzten Jahre haben sich mit diesem Rennen gelohnt“, so ein überglücklicher Kai Spenner. Erster Gratulant noch auf dem Wasser war übrigens Max Hoff. Er hatte im Boot am Steg liegend, das Rennen auf einer großen Leinwand verfolgt, um dann direkt nach dem Ziel zum Vierer zu fahren, allen zu gratulieren und seinen Freund Kai lange zu umarmen. „Kai, ich musste richtig weinen, als ihr über die Ziellinie gefahren seid“, bekannt Max seinem Freund später.

Und Max Hoff war es, der zu diesem Zeitpunkt immer noch sein Rennen im 1.000m-Zweier mit Marcus Groß vom Vortag zu verdauen hatte.

„Möchtest du eine negative oder positive Einschätzung der WM haben, dann musst du wohl bis morgen (nach der Langstrecke) warten“, bilanzierte er nach seinem Befinden nach dem Finale. In dem er mit Marcus Groß (Berlin) als Europameister und nach den Vorrennen durchaus als eines der Medaillenkandidaten gehandelt worden war. Mehr als Platz fünf aber war an diesem Tag und bei diesem Finale für Hoff-Groß nicht drin. „Das war bescheiden heute und wir sind natürlich sehr enttäuscht. Mit so einem Ergebnis haben wir nach den Vorrennen nicht gerechnet; wir wollten um eine Medaille fahren. Doch wir hatten auf der Strecke einige Missverständnisse in der Abstimmung, was sich am Ende gerecht hat. Dieses Ergebnis ist nur schwer zu akzeptieren. Aber so ist es nun mal. Und die anderen waren da heute auch einfach besser. Wir aber haben heute im Boot nicht zusammengefunden; das war das A und O“, erklärte ein mehr als geknickter Max Hoff.

Um so versöhnlicher für ihn, dass es am Ende doch noch eine Medaille für ihn gab. Im abschließenden 5.000m-Langstreckenrennen sicherte er sich die Vizeweltmeisterschaft hinter dem Portugiesen Fernando Pimenta. „Etwas schade ist das schon, dass es nicht mit dem Titel geklappt hat. Aber ich war ganz nah dran an Gold. Aber ich habe das nicht verloren, sondern Silber gewonnen“, so Max Hoff.

Date: 2017-08-29


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